Hubert Schirneck bot „Matratzen zum Frühstück“

IMG_1333Zum 13ten Mal heißt es für Kinder ab 8 Jahren in Krefeld Ohren aufgeklappt! Den Auftakt im Niederrheinischen Literaturhaus gestaltete Hubert Schirneck, der eigens aus Weimar nach Krefeld gekommen war, wo er 1993 den Niederrheinischen Literaturpreis erhalten hatte. Ein alter Bekannter gab sich somit die Ehre. Er bannte seine Zuhörer, insbesondere eine Klasse 5 der Realschule Horkesgath, mit Auszügen aus seinem Buch „Matratzen zum Frühstück oder Die erste intergalaktische Fußballweltmeisterschaft“ (Wurmloch Verlag, 2014). Was ursprünglich als mehrteilige Radiobeitrag anlässlich einer WM entstanden war, klang immer noch frisch und höchst amüsant.

hubert-schirneck-silvia-neid-matratzen-zum-frühstück-oder-die-erste-intergalaktische-fußballweltmeisterschaft-coverNachdem Astronauten auf einem Planeten Aliens entdeckt haben, die auch Fußball spielen, suchen Menschen nach mehr Außerirdischen, die sie zur ersten intergalaktischen Weltmeisterschaft auf die Erde einladen können. Das wird schließlich eine sehr spannende Veranstaltung, auch wenn sich die fünfbeinigen Kicker vom Planeten Klardemox als nahezu unschlagbar erweisen. Die Begleitumstände führen nämlich zu allerlei Verwicklungen. So ernähren sich die Bewohner des Planeten Weißachsoweiß ausschließlich von Matratzen und Bilderrahmen, weshalb sie nach kurzer Zeit Museumsverbot in Deutschland erhalten. Als besonders schwierig erweist sich die Kommunikation mit den Gegenteilmenschen, die alles anders sagen als sie meinen. Und auch die Irgendwas-Aliens, die nur irgendwas wollen oder eben auch irgendwas anderes, machen den WM-Ausrichtern das Leben nicht gerade einfach. Höchst umstritten ist insbesondere die Abseitsregel, die auf jedem Planeten anders lautet. Als auch noch der Fußballgott ins Geschehen eingreift … beendet Hubert Schirneck seine in hohem Maße die Fantasie anregende Lesung.

Die Kinder waren begeistert, stellten noch viele Fragen an den Schriftsteller, der diese geduldig beantwortete, und holten sich ausnahmslos ein Autogramm. Ein höchst gelungener Auftakt der Literaturwoche, die noch bis zum 17. März dauert und mit Angelika Glitz, Brigitte Werner und Klaus-Peter Hufer noch drei weitere interessante Kinderbuchautoren präsentieren wird.

„Den Vorhang öffnen“ – Liesel Willems ist nächster Gast bei „1 Gedicht und mehr“

willems„1 Gedicht und mehr“ von Liesel Willems steht im Mittelpunkt des nächsten Lyrikabends im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld an der Gutenbergstraße 21 am Donnerstag,  dem 25. Februar 2016 , um 20 Uhr. Gemeinsam mit der Krefelder Lyrikerin werde ich in einem Wechselspiel aus Lesung und Gespräch ihre Gedichte näher betrachten.
Bei Liesel Willems gibt es keine besonderen Wortneuschöpfungen, verdrehte Wendungen oder ambitionierte Wortspiele, die deutlich machen, hier kommt moderne Lyrik. Nein, Effekthascherei und Aufmerksamkeit erheischen ist nicht die Sache von Liesel Willems. Im Gegenteil, ihre Lyrik kommt stets ganz unaufgeregt, leise und fast unscheinbar daher.  Das ist jedoch ein Understatement, denn in ihren Gedichten sitzt jedes Wort, ist jede Wortstellung genau austariert.
Liesel Willems wurde 1950 in Krefeld geboren und ist dort aufgewachsen. Nach Zwischenstationen in Köln, Aachen und Rom kehrte sie zurück an den Niederrhein. Menschen bilden den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen; Erlebnisse mit Kindern und auf Reisen fängt sie in lyrischer Poesie ein. Ihren ersten Gedichtband veröffentlichte sie 1988 im Sassafras Verlag, ihre erste Kindergeschichte 1992. Zuletzt erschien von ihr im IATROS-Verlag der Gedichtband „Den Vorhang öffnen“. 2014 erhielt sie den Postpoetry-Preis für Lyrik.

„Istanbul, zusehends“ – Barbara Köhler ist nächster Gast bei „1 Gedicht und mehr“

einladung koehlerIn der Reihe „1 Gedicht“  ist am Donnerstag, 14. Januar, um 20 Uhr die in Duisburg lebende Dichterin Barbara Köhler zu Gast im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld. In einem Wechselspiel von Lesung und Gespräch werden wir Barbara Köhlers Lyrik näher betrachten. Zudem wird sie aus ihrem Gedicht- und Fotoband „Istanbul, zusehends“ lesen. Dabei wird die Lyrikerin auch Aufnahmen ihres Aufenthaltes in der türkischen Metropole zeigen und erläutern.

Barbara Köhler veröffentlichte Gedichtbände, Essays und Übersetzungen (u.a. Gertrude Stein und Samuel Beckett). Sie schafft Audio-Installationen, Schriftbilder, Multiples und Texte für öffentliche Räume sowie private Gärten. Ihre literarische Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet: So war sie 2009 Poet in Residence der Universität Duisburg-Essen sowie Writer in Residence am Oberlin-College, Oberlin, Ohio und erhielt im selben Jahr den Erlanger-Literaturpreis für Poesie als Übersetzung sowie den Poesiepreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft.  Thomas-Kling-Poetikdozentin der Kunststiftung NRW in Bonn war sie im Studienjahr 2012/13 und 2013 Artist in Residence an der Cornell University, Ithaca, N.Y.. Zuletzt erschienen von ihr „Neufundland. Schriften, teils bestimmt“ (2012), „36 Ansichten des Berges Gorwetsch“ (2013) und „Istanbul, zusehends“ (Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2015). Barbara Köhler lebt seit über 20 Jahren in Duisburg.

„Zum Begreifen nah“ – Julia Trompeter ist nächster Gast bei „1 Gedicht und mehr“

Trompeter_Die_Mittlerin_FB    Julia Trompeter  Foto: Peter Susewind

Nächster Gast in meiner Reihe 1 Gedicht und mehr im Niederrheinisches Literaturhaus Krefeld wird am 21. Oktober um 20 Uhr die Kölner Autorin Julia Trompeter sein. In einem Wechselspiel aus Lesung und Gespräch werden wir uns intensiv mit ihrer Lyrik beschäftigen, aber auch ihren Debütroman vorstellen.

Julia Trompeter wurde 1980 in Siegburg geboren und studierte Philosophie, Germanistik und Klassische Literaturwissenschaft in Köln. Anschließend promovierte sie mit einer philosophischen Arbeit in Bochum. Sie lebt in Köln und tritt seit 2009 gemeinsam mit Xaver Römer mit ihrem Projekt Sprechduette auf. Ihr erster Roman „Die Mittlerin“, der 2014 im Schöffling Verlag erschien, wurde von der Kritik als ironisches Werk über den Literarturbetrieb gefeiert.

Mit großer Spannung wird ihr erster Lyrikband erwartet, der für das Frühjahr 2016 ebenfalls beim Verlag Schöffling & Co. angekündigt ist: „Zum Begreifen nah“. Trompeters Gedichte bestechen durch ihre Sprachspiele und den melodischen Rhythmus. Alltägliche Beobachtungen und Wahrnehmungen werden verdreht, reduziert, reflektiert und verdichtet. So gelingen Julia Trompeter eindrucksvolle poetische Texte. Sie wird aus beiden Werken vortragen.

„eingeschneite hunde“ – Manfred Enzensperger ist nächster Gast bei „1 Gedicht und mehr“

eingeschneite-hundeDer in Leverkusen lebende  Lyriker Manfred Enzensperger ist nächster Gast in meiner Lyrikreihe „1 Gedicht und mehr“. Im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld stellt er am Mittwoch, 11. Februar, um 20 Uhr eine Auswahl seiner Gedichte vor, deren zentrales Motiv die Großstadt ist. Ihre alltäglichen Orte dienen ihm als Ausgangspunkt für seine präzisen, sensiblen und kunstvoll gearbeiteten lyrischen Texte. Ich werde ein Gedicht von Enzensperger ausführlich interpretieren und im Gespräch mit dem Autor sowie dem Publikum eingehend betrachten.

Manfred Enzensperger wurde 1952 in Köln geboren, studierte Anglistik, Germanistik und Erziehungswissenschaften an den Universitäten Köln, Cambridge und Yale (USA). Heute lebt er in Leverkusen. Seit 1999 hat er sechs Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt endlich boppard (Horlemann Verlag, Bad Honnef 2010) und eingeschneite hunde (Edition Voss im Horlemann Verlag, Berlin 2013). Zudem gab er 2005 die viel beachtete poetologische Anthologie „Die Hölderlin Ameisen. Vom Finden und Erfinden der Poesie“ heraus.

„Angefangen wird mittendrin“ – Was macht eigentlich Ulrich Peltzer?

u1_978-3-10-060806-2Nach Herbert Genzmer, Andreas Mand, Gisbert Haefs und Christoph Peters präsentierte das Niederrheinische Literaturhaus Krefeld am gestrigen Abend mit Ulrich Peltzer zum fünften Mal einen Preisträger des Niederrheinischen Literaturpreises der Stadt Krefeld, um zu hören und zu sehen, was aus den einst Ausgezeichneten geworden ist. Glänzend moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Hoeps, selbst Autor und zugleich Leiter des Mönchengladbacher Kulturbüros.

2001 erhielt der 1956 in Krefeld geborene Schriftsteller den Niederrheinischen Literaturpreis. Schon seit 1975 lebt Ulrich Peltzer in Berlin, wo er zu einem „Urbanomanen“ geworden ist. Die Landschaft des Niederrheins löst daher keine Heimatgefühle mehr in ihm aus. Auch in Krefeld selbst fällt es ihm schwer – auch aufgrund der vielen Veränderungen in der Stadt -, sich emotionalisieren zu lassen. Gleichwohl wurde im Laufe des Gesprächs deutlich, wie bedeutsam Freundschaften, Erlebnisse und Geschichten aus seiner Krefelder Zeit sind und dass sie daher immer wieder Eingang in seine Texte finden.

In den dreizehn Jahren seit der Preisverleih sind die Erzählung Bryant Park (2002) und der Roman Teil der Lösung (2007) erschienen.  Beide Werke wurden außerordentlich viel beachtet und und mit weiteren Literaturpreisen gewürdigt. Außerdem veröffentlichte Peltzer 2011 seine Frankfurter Poetikvorlesungen mit dem programmatischen Titel Angefangen wird mittendrin. Zudem betätigt er sich seit einigen Jahren auch als Drehbuchautor für Spielfilme, so für Unter dir die Stadt mit Nicolette Krebitz. 2015 soll ein mit Film mit Isabelle Huppert in die Kinos kommen, an dem Peltzer ebenfalls mit geschrieben hat.

Übergreifendes Thema des Abends war der Bereich Literatur und Politik. Peltzer spürt in seinen Werken seit jeher politischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Veränderungen nach. Konsequenterweise spielt sein neuer Roman, der im Herbst 2015 publiziert werden soll, dann auch in mehreren Großstädten unserer globalisierten Welt. Der Auszug aus Das bessere Leben, den der Autor vortrug, führte in die brasilianische Metropole Sao Paulo. „Auf die richtigen Fragen haben wir immer die falschen Antworten gegeben“, antwortete Peltzer rückblickend auf das 20. Jahrhundert einem Zuhörer. Leider war die Zeit schon so weit fortgeschritten, dass weitere interessante Aspekte des Schaffens von Ulrich Peltzer nicht mehr behandelt werden konnten. Das Publikum regte eine zweite Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt an. Ein sehr guter Vorschlag!

Zudem wurde deutlich, welchen großen kulturellen Gewinn die Stadt Krefeld hätte, wenn der Niederrheinische Literaturpreis wieder jährlich vergeben werden würde!

ZUGABE von „1Gedicht und mehr“ – Saskia Fischer und Hellmuth Opitz sind am 11.12.14 zu Gast

11.12.14.EinladungskarteFreuen können sich alle Freunde der Reihe „1 Gedicht und mehr“ im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld. Dank der Kunststiftung NRW kann es in diesem Jahr einen dritten Lyrik-Abend geben und das gleich mit Gedichten von zwei Autoren. In dieser Zugabe am Donnerstag, 11. Dezember um 19 Uhr 30, werde ich ausgewählte Gedichte von Saskia Fischer und Hellmuth Opitz gemeinsam mit den Dichtern und im Dialog mit dem Publikum näher betrachten.

Zum Hintergrund: Aus Anlass ihres 25jährigen Bestehens hat die Kunststiftung im Düsseldorfer Lilienfeld Verlag eine Lyrikanthologie herausgegeben. Mit dem Titel stadtlandfluss – 111 Dichterinnen und Dichter aus Nordrhein-Westfalen lässt sie die vielfältigen lyrischen Stimmen des Landes gedruckt zu Wort kommen. Bei einem Gespräch im Niederrheinischen Literaturhaus gefiel Dagmar Fretter, der Fachbereichsleiterin für Literatur der Kunststiftung NRW das Konzept von Anette Ostrowski und mir zur Reihe „1Gedicht und mehr“ so gut, dass sie den finanziellen Weg frei machte, in dieser Reihe auch zwei Autoren der Lyrikanthologie vorzustellen.

Saskia Fischer wurde 1971 in Schlema im Erzgebirge geboren. 1986 siedelte sie mit ihrer Familie in die Bundesrepublik über. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik sowie Theater-, Film und Fernsehwissenschaften in Bochum. Sie war Mitarbeiterin des Literaturbüros Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und lebt seit 2005 in Berlin.
Schon früh machte sie mit einem eigenständigen, frechen lyrischen Ton auf sich aufmerksam. Ihr erster Gedichtband Wenn ich Himmel wär wurde 1998 im Grupello-Verlag veröffentlicht, ihm folgte 2008 Scharmützelwetter im renommierten Suhrkamp Verlag. Dort ist 2012 auch ihr erster Roman erschienen: Ostergewitter, eine unversöhnliche Familiengeschichte.

Hellmuth Opitz lebt in Bielefeld, wo er 1959 auch geboren wurde. Er studierte Germanistik und Philosophie in Münster, arbeitete als Redakteur und als Geschäftsführer einer Werbeagentur. Seit 1982 hat er zahlreiche, viel beachtete Gedichtbände vorgelegt, die alle im Pendragon Verlag erschienen sind, zuletzt Die Dunkelheit knistert wie Kandis (2011). Seine Lyrik besticht durch ihren Wortwitz, mit dem Opitz mit Lakonie und einer feinen Ironie unverwechselbare poetische Texte kreiert.