Tina Maria Gintrowski ist nächster Gast bei „1 Gedicht und mehr“

tina-gintrowski-pengNächster Gast in der Reihe „1 Gedicht und mehr“ ist am Dienstag, dem 7.2.2017, um 2o Uhr im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld die Kölner Lyrikerin Tina Ilse Maria Gintrowski.

Sie wurde 1978 in Berlin geboren und studierte Germanistik sowie Romanistik in Bonn und danach am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Gintrowski schreibt seit vielen Jahren Lyrik und Prosa und wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie veröffentlichte neben zahlreichen Beiträgen in Zeitschriften und Anthologien die beiden Gedichtbände „Peng“ (poetenladen, Leipzig 2011) sowie „Jupiter – Neue Weltansichten und Milchstraßeneis“ (tauland-verlag, Köln 2015).

Ihre Gedichte leben von Wortspielen und Rhythmik, von raffinierten Binnenreimen, Alliterationen und verblüffenden Assoziationen. Es ergibt sich ein atemloses Parlando, manchmal frech-witzig, manchmal bissig-bös. In einem Wechselspiel von Lesung und Gespräch werden wir ihrer Lyrik eingehend nachspüren.

Hubert Schirneck bot „Matratzen zum Frühstück“

IMG_1333Zum 13ten Mal heißt es für Kinder ab 8 Jahren in Krefeld Ohren aufgeklappt! Den Auftakt im Niederrheinischen Literaturhaus gestaltete Hubert Schirneck, der eigens aus Weimar nach Krefeld gekommen war, wo er 1993 den Niederrheinischen Literaturpreis erhalten hatte. Ein alter Bekannter gab sich somit die Ehre. Er bannte seine Zuhörer, insbesondere eine Klasse 5 der Realschule Horkesgath, mit Auszügen aus seinem Buch „Matratzen zum Frühstück oder Die erste intergalaktische Fußballweltmeisterschaft“ (Wurmloch Verlag, 2014). Was ursprünglich als mehrteilige Radiobeitrag anlässlich einer WM entstanden war, klang immer noch frisch und höchst amüsant.

hubert-schirneck-silvia-neid-matratzen-zum-frühstück-oder-die-erste-intergalaktische-fußballweltmeisterschaft-coverNachdem Astronauten auf einem Planeten Aliens entdeckt haben, die auch Fußball spielen, suchen Menschen nach mehr Außerirdischen, die sie zur ersten intergalaktischen Weltmeisterschaft auf die Erde einladen können. Das wird schließlich eine sehr spannende Veranstaltung, auch wenn sich die fünfbeinigen Kicker vom Planeten Klardemox als nahezu unschlagbar erweisen. Die Begleitumstände führen nämlich zu allerlei Verwicklungen. So ernähren sich die Bewohner des Planeten Weißachsoweiß ausschließlich von Matratzen und Bilderrahmen, weshalb sie nach kurzer Zeit Museumsverbot in Deutschland erhalten. Als besonders schwierig erweist sich die Kommunikation mit den Gegenteilmenschen, die alles anders sagen als sie meinen. Und auch die Irgendwas-Aliens, die nur irgendwas wollen oder eben auch irgendwas anderes, machen den WM-Ausrichtern das Leben nicht gerade einfach. Höchst umstritten ist insbesondere die Abseitsregel, die auf jedem Planeten anders lautet. Als auch noch der Fußballgott ins Geschehen eingreift … beendet Hubert Schirneck seine in hohem Maße die Fantasie anregende Lesung.

Die Kinder waren begeistert, stellten noch viele Fragen an den Schriftsteller, der diese geduldig beantwortete, und holten sich ausnahmslos ein Autogramm. Ein höchst gelungener Auftakt der Literaturwoche, die noch bis zum 17. März dauert und mit Angelika Glitz, Brigitte Werner und Klaus-Peter Hufer noch drei weitere interessante Kinderbuchautoren präsentieren wird.

„eingeschneite hunde“ – Manfred Enzensperger ist nächster Gast bei „1 Gedicht und mehr“

eingeschneite-hundeDer in Leverkusen lebende  Lyriker Manfred Enzensperger ist nächster Gast in meiner Lyrikreihe „1 Gedicht und mehr“. Im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld stellt er am Mittwoch, 11. Februar, um 20 Uhr eine Auswahl seiner Gedichte vor, deren zentrales Motiv die Großstadt ist. Ihre alltäglichen Orte dienen ihm als Ausgangspunkt für seine präzisen, sensiblen und kunstvoll gearbeiteten lyrischen Texte. Ich werde ein Gedicht von Enzensperger ausführlich interpretieren und im Gespräch mit dem Autor sowie dem Publikum eingehend betrachten.

Manfred Enzensperger wurde 1952 in Köln geboren, studierte Anglistik, Germanistik und Erziehungswissenschaften an den Universitäten Köln, Cambridge und Yale (USA). Heute lebt er in Leverkusen. Seit 1999 hat er sechs Gedichtbände veröffentlicht, zuletzt endlich boppard (Horlemann Verlag, Bad Honnef 2010) und eingeschneite hunde (Edition Voss im Horlemann Verlag, Berlin 2013). Zudem gab er 2005 die viel beachtete poetologische Anthologie „Die Hölderlin Ameisen. Vom Finden und Erfinden der Poesie“ heraus.

„Vor dem Fest“ – Saša Stanišić eröffnete den Literarischen Sommer

Vor dem Fest von Saa StaniiEs war ein perfekter Auftakt für den 15. Literarischen Sommer: ein warmer Sommerabend, ein großartiger Autor und ein passendes Ambiente. Große Fenster gaben den Blick frei auf den geduldig dahin fließenden Rhein. Der Schankraum des Crefelder Ruderclubs im Stadtteil Uerdingen war seit Wochen ausverkauft, denn der diesjährige Preisträger der Leipziger Buchmesse las dort.

Saša Stanišić wurde 1978 in Visegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland, zunächst in Heidelberg, später in Leipzig. Sein Debütroman Wie der Soldat das Grammofon repariert begeisterte Leser und Kritiker gleichermaßen; er wurde bisher in 30 Sprachen übersetzt. Auszüge seines neuen Romans Vor dem Fest wurden bereits vor Erscheinen  mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet .

In diesem Buch erzählt Stanišić von der Nacht vor einem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Niemand will den Einbruch ins „Haus der Heimat“ beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, treibt die Schlaflosen um. Alte Geschichten, Sagen und Märchen ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht. Stanišić ist ein Erzähler des magischen Realismus, dessen Wurzeln bis zu E.T.A. Hoffmann in die Romantik zurückreichen. Fürstenfelde ist ein erfundenes Dorf, als dessen Vorbild diente zwar Fürstenwerder in der Uckermark, doch da zugleich viele Geschichten aus der bosnischen Heimat von Saša Stanišić Eingang in das Buch gefunden haben, ist es vielmehr als ein universelles europäisches Dorf zu betrachten.

Seine sehr lebendig vorgetragene Lesung konzentrierte sich auf zwei der vielen Protagonisten in seinem Roman: eine Füchsin, deren erklärtes Ziel es ist, ein Ei aus dem Hühnerstall zu stehlen und wohl behalten zu ihren Jungen zu bringen, und Dietmar Dietsch, genannt Dittsche, ein ehemaliger Postbote mit mutmaßlicher Stasi-Vergangenheit und einer nebenberuflichen Hühnerzucht. Mit beeindruckenden Fachkenntnissen, insbesondere über den Bau eines Hühnerstalls, Humor und vor allem viel Empathie für seine Figuren erzählt Saša Stanišić die Geschichte dieser beiden bis zu ihrem Zusammentreffen. Exemplarisch wurde so deutlich, dass die erzählte Zeit zwar nur eine Nacht umfasst, zugleich aber mehrere Jahrhunderte (Dorf-)Geschichte beinhaltet. Moderatorin Maren Jungclaus vom Literaturbüro Düsseldorf wies abschließend auf die ungewöhnliche Erzählperspektive hin, die Saša Stanišić gewählt hat. Es spricht ein „Wir“, das multiperspektivisch die Sicht des ganzen Dorfes in sich vereint. Beeindruckend, wie überzeugend dieses Vorhaben gelungen ist.

Materialen zum Buch, vornehmlich Geschichten, die nicht mehr Platz in diesem Roman gefunden haben, sind auf der Internetseite fürstenfelde.de frei zugänglich.

„Das Licht der Flammen auf unseren Gesichtern“ – Dorian Steinhoff las im Niederrheinischen Literaurhaus Krefeld

cover_steinhoffDer in Düsseldorf lebende Autor Dorian Steinhoff stellte am 15.11.2013 im Niederrheinischen Literaturhaus der Stadt Krefeld seinen neuen Band mit Erzählungen „Das Licht der Flammen auf unseren Gesichtern“ vor, der im kleinen, aber feinen Hamburger Mairisch Verlag erschienen ist.

Die Lesung im leider nur mäßig besuchten kleinen Vortragssaal im Otto-Brües-Haus eröffnete Steinhoff dem Zeitgeist entsprechend mit dem Abspielen des Buchtrailers per Beamer. Anschließend las er die letzte Erzählung aus seinem Buch, der aufgrund der viele Schnitte und Sprünge nicht einfach zu folgen war. Die Aufmerksamkeit stieg merklich, als Steinhoff einen Bericht präsentierte, den er für das Jugendmagazin „Jetzt!“ der Süddeutschen Zeitung verfasst hatte. Darin erinnerte er sich eindringlich an einen Schulfreund, der sich vor einigen Jahren in den Jemen abgesetzt hatte und inzwischen mit Hass- und Propagandavideos der Taliban im Internet ein bekannter Terrorist geworden ist. Die Frage, wie eine derartige Radikalisierung abgelaufen ist, musste unbeantwortet bleiben.

Nach einer kurzen Pause stellte Steinhoff eine weitere Erzählung aus seinem Buch vor, in der eine Beziehung an einer ungewollten Schwangerschaft auseinander bricht. Hier wurde auch die thematische Klammer der vorliegenden Erzählungen deutlich. Es geht um die Frage, wie man in einer schwierigen Lage, in die man aus den unterschiedlichsten, teilweise zufälligen Gründen hineingeraten ist, noch agieren kann und wie weit man von anderen Personen abhängig ist, d.h. fremdbestimmt ist.

Auch durch die klugen Fragen aus dem Publikum geriet der Abend zu einem kurzweiligen Erlebnis.

Niederrheinisches Literaturhaus: Neue Lyrikreihe „1Gedicht und mehr“ in Krefeld

20130418_135916Der Aachener Dichter Jürgen Nendza ist erster Gast

Das Niederrheinische Literaturhaus Krefeld beginnt mit „1 Gedicht und mehr“ eine neue Lyrikreihe. Ein vergleichbares literarisches Angebot für Gedichte, Essays und Kurzgeschichten gibt es in der Region bislang nicht. Zum Auftakt am Donnerstag, 21. November, werden der Aachener Dichter Jürgen Nendza und der Literaturkritiker Dr. Henning Heske ein Wechselspiel zwischen Gespräch und Lesung im Haus an der Gutenbergstraße 21 führen. „Die Lyrikreihe bildet einen wesentlichen Bestandteil unseres Konzeptes“, sagt Anette Ostrowski, Leiterin des Niederrheinischen Literaturhauses. Mit der Reihe „1Gedicht und mehr“ soll die Lyrik eine Plattform ganz im Sinne des Schenkungsvertrages zwischen der Stadt Krefeld und Dr. Eva Brües erhalten.

Die Leitung der Reihe wird Dr. Henning Heske übernehmen. Er wurde in Düsseldorf geboren, wo er auch Mathematik, Geografie und Germanistik studierte. Heske hat für die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter anderem Beiträge für die Frankfurter Anthologie von Marcel Reich-Ranicki geschrieben. Außerdem verfasste er Kinder- und Jugendbücher, Gedichtbände sowie Essays über Poesie und Wissenschaft. Zuletzt interpretierte er im vergangenen August in der Frankfurter Anthologie das Gedicht „Die Wimpern“ seines ersten Gastes Jürgen Nendza, der 1957 in Essen geboren wurde. Er studierte Philosophie und Germanistik in Aachen. Seinen ersten Gedichtband „Glaszeit“ veröffentlichte er 1992, es folgten im Abstand von mehreren Jahren regelmäßig weitere Bücher, zuletzt erschien der viel beachtete Lyrikband „Apfel und Amsel“ (Poetenladen Verlag, Leipzig 2012).

„Der Sommer der Schmetterlinge“ – Adriana Lisboa zu Gast im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld

av_lisboa_sommer_rz.inddDie brasilianische Autorin Adriana Lisboa war am Mittwoch, dem 16.10.2013, im Niederrheinischen Literaturhaus Krefeld zu Gast. Um die Unmöglichkeit des Vergessens ging es bei dieser Lesung  im Rahmen der Veranstaltungsreihe Gastland Brasilien, die das Literaturhaus Krefeld in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW in Düsseldorf durchführte. Maren Jungclaus vom Literaturbüro moderierte routiniert die Veranstaltung und las auch selbst die Textstellen aus der deutschen Übersetzung des Romans „Der Sommer der Schmetterlinge“ (Aufbau Verlag, 2013), der wörtlich transferiert eigentlich Sinfonie in Weiß heißen müsste.

Adriana Lisboa, die 1970 in Rio de Janeiro geboren wurde und anschließend viele Jahre in Paris verbrachte und heute in den USA lebt, gab bereitwillig Auskunft über die Entstehung dieses Romans, der im Original bereit 2001 erschienen ist. Valéria Cetatino Offermann übersetzte an diesem Abend artig  ins Portugiesische und zurück, wenn auch nicht immer eloquent. Auf Grund der unvermeidbaren Verzögerung durch die Übersetzung bei Fragen und Antworten gerieten einzelnen Passagen des Abend zwar etwas schleppend, aber insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, vor allem dadurch dass Adriana Lisboa auf interessante Weise die Verknüpfungen von europäischer und lateinamerikanischer Geschichte und Kultur in diesem Roman beleuchten konnte. So bildet beispielsweise Thomas Manns Buch „Der Tod in Venedig“ ein Leitmotiv in diesem Roman.

Auf jeden Fall hätte man dieser gelungenen literarischen Veranstaltung noch mehr Zuhörer und auch mehr Aufmerksamkeit durch die regionale Presse gewünscht.