Das Hans-Fallada-Haus in Carwitz

20140725_110116Das beschauliche Dorf Carwitz befindet sich am südöstlichen Rand der Mecklenburgischen Seenplatte an der Grenze zur brandenburgischen Uckermark. Es ist in jedem Reiseführer zu Mecklenburg-Vorpommern erwähnt, da der Schriftsteller Hans Fallada (bürgerlich Rudolf Ditzen, 1893-1947) viele Jahre dort lebte und auch begraben ist. Fallada wurde durch seine sehr authentisch wirkenden Romane über die Nöte des kleinen Mannes (Kleiner Mann, was nun?; Wer einmal aus dem Blechnapf frißt; Der eiserne Gustav) und Kindergeschichten (Geschichten aus der Murkelei) schon zu Lebzeiten sehr bekannt. Kurt Tucholsky lobte das Buch Bauern, Bonzen und Bomben 1931 in einer ausführlichen Besprechung und bezeichnete es als den „besten deutschen Kleinstadtroman“.

1933 erwarb Hans Fallada, der zuvor in Berlin gelebt hatte, ein kleines Anwesen in Carwitz mit Haus, Scheune und einem Garten. In den folgenden Jahren veränderte und erweiterte er das Haus. Trotz aller Probleme, Fallada neigte zum Alkohol und gelegentlich zu anderen Drogen, verlebte er hier mit seiner ersten Frau und den drei Kindern eine glückliche Zeit. Nach der Scheidung 1944 verließ Fallada Carwitz und lebte dann in Berlin, wo er Anfang 1947 bereits starb.

20140725_104907Nach der Wende ging das Anwesen in den Besitz der Stadt Feldberg über, deren Bürgermeister Fallada 1945 für wenige Monate war. Die 1991 gegründete Hans-Fallada-Gesellschaft trieb dann die Restaurierung des Hauses voran und eröffnete dort ein Museum. Die Scheune wurde zu einem Vortragsraum umgebaut, in der die Gesellschaft ihre Jahrestagung abhält und im Sommer die wöchentliche Lesestunde stattfindet.

Falladas letzter Roman Jeder stirbt für sich allein, der die Geschichte eines Ehepaars erzählt, das sich gegen die Nazis auflehnt, wurde 2009 erstmals ins Englische übersetzt und avancierte zu einem Welterfolg. Mit der Folge, dass der Roman nach über 65 Jahren 2011 endlich auch auf deutsch ungekürzt erschien. Fallada hat spät Weltruhm erlangt. Ein Besuch in seinem Haus lohnt auf jeden Fall!

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Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum in Rheinsberg ist einen Abstecher wert

20140723_120808Das hätte sich Kurt Tucholsky (1890-1935)  in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können: dass 103 Jahre nach seinem Liebesurlaub mit seiner späteren Frau Else Weil in der  brandenburgischen Kleinstadt – seinerzeit preußischen Residenzstadt – Rheinsberg im wunderbar renovierten Schloss ein Museum existiert, das sein Leben und Werk würdigt, und im Marstall der Schlossanlage alljährlich zwei Schriftsteller als Stipendiaten residieren dürfen. Und dies nur, weil sein originelles „Bilderbuch für Verliebte“ Rheinsberg jahrzehntelang verknallte Paare mit Genuss im Bett oder anderswo gelesen oder sich vorgelesen haben.

20140723_121923Zugegeben, das kleine Musuem birgt keine Kostbarkeiten, aber es erfreut den Literaturinteressierten. Als eines der wenigen Originale prunkt gleich im Eingangsbereich Tucholskys letzter Schreibtisch aus seinem schwedischen Exil, nebst drehbarem Bücherbord und Koffer.

Die Stadtschreiber zu Rheinsberg, die es seit 1995 gibt, müssen am Ende ihres Stipendiats ein kurzes literarisches Werk vorlegen, das in der Schriftenreihe Rheinsberger Bogen veröffentlicht wird. Diese feinen Publikationen mit der Liebhaberauflage von 500 Exemplaren sind ebenfalls im Museum erhältlich. Heft 31 enthält beispielsweise Gedichte und Fotos von Marion Poschmann unter dem Titel Preußische Pyramiden.

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Ferdinand Freiligrath – ein fast vergessener deutscher Schriftsteller

20140419_125201Dieses Denkmal für den deutschen Dichter der Spätromantik Ferdinand Freiligrath (1810-1876) steht in Remagen am Rhein auf dem Weg zum Rolandsbogen. Es erinnert an den Schöpfer des Ausrufs „Wir sind das Volk“, das einem Gedicht entstammt, das dieser für die Revolution von 1848 verfasste.

Die kurze Wanderung ist auch wegen seines formidablen Ausblick auf den oft besungenen Rhein mit dem Siebengebirge als Kulisse sehr empfehlenswert.

 

 

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Herbert Eulenberg – ein vergessener Düsseldorfer Schriftsteller

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Direkt am Rhein im Stadtteil Kaiserswerth in Düsseldorf liegt das Haus Freiheit, einst Domizil des Schriftstellers Herbert Eulenberg (1876-1946), der auch dort begraben liegt. In den 20er Jahren war diese Villa ein Treffpunkt bekannter Künstler. Im Nationalsozialismus wurden die Werke von Herbert Eulenberg, vornehmlich Bühnenstücke, verboten. Heute ist Herbert Eulenberg weitgehend vergessen. Die Initialien im Gartentor sagen nur noch Eingeweihten etwas. Haus Freiheit (Burgallee 4) wird heute von Nachfahren des Autors bewohnt.

 

 

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