Die Pfaueninsel in der Havel bei Potsdam – eine literarische Spurensuche

Wer den großartigen Roman „Pfaueninsel“ von Thomas Hettche gelesen hat, der entwickelt Sehnsucht danach, diesen verwunschenen Ort aufzusuchen. Jedenfalls ging es mir so. In diesem Frühjahr hatte ich nun endlich die Gelegenheit, diesem Wunsch nachzukommen.

Der im Jahr 2014 erschienene Roman von Thomas Hettche spielt zwischen 1820 und 1880 auf der Berliner Pfaueninsel und basiert auf wahren Gegebenheiten. Zentrale Figur ist die kleinwüchsige Maria Dorothea Strakon, die als Königliches Schloßfräulein diese winzige Insel, die man innerhalb einer Stunde umrunden kann, durchgängig bewohnte. Die meisten Gebäude aus der damaligen Zeit – mit Ausnahme des Palmenhauses, das 1880 abbrannte – existieren noch heute, haben all die Kriegswirren und politischen Veränderungen überdauert.

Wolf Jobst Siedler schrieb vor fünfundzwanzig Jahren auch ein schmales Buch über die Pfaueninsel. Es trägt den Untertitel „Spaziergänge in Preußens Arkadien“. Wenn man die Fotos betrachtet, wird man ihn vermutlich gut nachvollziehen können.

Wenn man mit der kleinen Fähre übersetzt, scheint man in einer anderen Zeit anzukommen …

 

 

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Astrid Lindgren, Carl Michael Bellman und Lisbeth Salander in Stockholm

Die Erfinderin von Pippi Langstrumpf und Autorin zahlreicher weltberühmter Kinderbücher, Astrid Lindgren (1907-2002), wohnte viele Jahre in Stockholm. Heute findet man unweit des Kindermuseums Junibacken im Stadtteil Djurgården ein Denkmal von ihr. Sie sitzt dort und liest aus dem Buch Die Brüder Löwenherz die Schlussverse, die übersetzt lauten: „Oh, Nangilima! Ja, Jonatan. Ja, ich sehe das Licht“. Wechselt man zudem sein Geld in schwedische Kronen lächelt einem Astrid Lindgren zusammen mit Pippi freundlich von den 20-Kronen-Scheinen entgegen. IMG_2762

Auf der Museumsinsel Djurgården stößt man auch auf ein Denkmal des nach Meinung der Landsleute größten schwedischen Dichters Carl Michael Bellman (1740-1795). IMG_2739

Und im hippen Stadtteil Södermalm steht das Haus Fiskargatan 9, in dessen oberer Etage die Romanheldin Lisbeth Salander nach Stieg Larsson (1954-2004) ihre 21-Zimmer-Wohnung besaß, von der aus sie nachts auf Stockholm herabsah. Leider konnte Larsson den Welterfolg seiner Millennium-Trilogie nicht mehr erleben.

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Das Hans-Fallada-Haus in Carwitz

20140725_110116Das beschauliche Dorf Carwitz befindet sich am südöstlichen Rand der Mecklenburgischen Seenplatte an der Grenze zur brandenburgischen Uckermark. Es ist in jedem Reiseführer zu Mecklenburg-Vorpommern erwähnt, da der Schriftsteller Hans Fallada (bürgerlich Rudolf Ditzen, 1893-1947) viele Jahre dort lebte und auch begraben ist. Fallada wurde durch seine sehr authentisch wirkenden Romane über die Nöte des kleinen Mannes (Kleiner Mann, was nun?; Wer einmal aus dem Blechnapf frißt; Der eiserne Gustav) und Kindergeschichten (Geschichten aus der Murkelei) schon zu Lebzeiten sehr bekannt. Kurt Tucholsky lobte das Buch Bauern, Bonzen und Bomben 1931 in einer ausführlichen Besprechung und bezeichnete es als den „besten deutschen Kleinstadtroman“.

1933 erwarb Hans Fallada, der zuvor in Berlin gelebt hatte, ein kleines Anwesen in Carwitz mit Haus, Scheune und einem Garten. In den folgenden Jahren veränderte und erweiterte er das Haus. Trotz aller Probleme, Fallada neigte zum Alkohol und gelegentlich zu anderen Drogen, verlebte er hier mit seiner ersten Frau und den drei Kindern eine glückliche Zeit. Nach der Scheidung 1944 verließ Fallada Carwitz und lebte dann in Berlin, wo er Anfang 1947 bereits starb.

20140725_104907Nach der Wende ging das Anwesen in den Besitz der Stadt Feldberg über, deren Bürgermeister Fallada 1945 für wenige Monate war. Die 1991 gegründete Hans-Fallada-Gesellschaft trieb dann die Restaurierung des Hauses voran und eröffnete dort ein Museum. Die Scheune wurde zu einem Vortragsraum umgebaut, in der die Gesellschaft ihre Jahrestagung abhält und im Sommer die wöchentliche Lesestunde stattfindet.

Falladas letzter Roman Jeder stirbt für sich allein, der die Geschichte eines Ehepaars erzählt, das sich gegen die Nazis auflehnt, wurde 2009 erstmals ins Englische übersetzt und avancierte zu einem Welterfolg. Mit der Folge, dass der Roman nach über 65 Jahren 2011 endlich auch auf deutsch ungekürzt erschien. Fallada hat spät Weltruhm erlangt. Ein Besuch in seinem Haus lohnt auf jeden Fall!

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Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum in Rheinsberg ist einen Abstecher wert

20140723_120808Das hätte sich Kurt Tucholsky (1890-1935)  in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können: dass 103 Jahre nach seinem Liebesurlaub mit seiner späteren Frau Else Weil in der  brandenburgischen Kleinstadt – seinerzeit preußischen Residenzstadt – Rheinsberg im wunderbar renovierten Schloss ein Museum existiert, das sein Leben und Werk würdigt, und im Marstall der Schlossanlage alljährlich zwei Schriftsteller als Stipendiaten residieren dürfen. Und dies nur, weil sein originelles „Bilderbuch für Verliebte“ Rheinsberg jahrzehntelang verknallte Paare mit Genuss im Bett oder anderswo gelesen oder sich vorgelesen haben.

20140723_121923Zugegeben, das kleine Musuem birgt keine Kostbarkeiten, aber es erfreut den Literaturinteressierten. Als eines der wenigen Originale prunkt gleich im Eingangsbereich Tucholskys letzter Schreibtisch aus seinem schwedischen Exil, nebst drehbarem Bücherbord und Koffer.

Die Stadtschreiber zu Rheinsberg, die es seit 1995 gibt, müssen am Ende ihres Stipendiats ein kurzes literarisches Werk vorlegen, das in der Schriftenreihe Rheinsberger Bogen veröffentlicht wird. Diese feinen Publikationen mit der Liebhaberauflage von 500 Exemplaren sind ebenfalls im Museum erhältlich. Heft 31 enthält beispielsweise Gedichte und Fotos von Marion Poschmann unter dem Titel Preußische Pyramiden.

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Ferdinand Freiligrath – ein fast vergessener deutscher Schriftsteller

20140419_125201Dieses Denkmal für den deutschen Dichter der Spätromantik Ferdinand Freiligrath (1810-1876) steht in Remagen am Rhein auf dem Weg zum Rolandsbogen. Es erinnert an den Schöpfer des Ausrufs „Wir sind das Volk“, das einem Gedicht entstammt, das dieser für die Revolution von 1848 verfasste.

Die kurze Wanderung ist auch wegen seines formidablen Ausblick auf den oft besungenen Rhein mit dem Siebengebirge als Kulisse sehr empfehlenswert.

 

 

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Herbert Eulenberg – ein vergessener Düsseldorfer Schriftsteller

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Direkt am Rhein im Stadtteil Kaiserswerth in Düsseldorf liegt das Haus Freiheit, einst Domizil des Schriftstellers Herbert Eulenberg (1876-1946), der auch dort begraben liegt. In den 20er Jahren war diese Villa ein Treffpunkt bekannter Künstler. Im Nationalsozialismus wurden die Werke von Herbert Eulenberg, vornehmlich Bühnenstücke, verboten. Heute ist Herbert Eulenberg weitgehend vergessen. Die Initialien im Gartentor sagen nur noch Eingeweihten etwas. Haus Freiheit (Burgallee 4) wird heute von Nachfahren des Autors bewohnt.

 

 

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