Der Arche Literatur Kalender 2018 strahlt Ruhe und Bewegung aus

Der Sommer verabschiedet sich langsam. Gleichwohl mag man noch nicht an das Jahresende denken. Doch die allermeisten Kalender für das kommende Jahr sind bereits gedruckt. Es gibt kaum einen thematischen Bereich, für den es keinen speziellen Kalender gibt. Neben unkäuflichen Varainten wie dem bekannten Pirelli-Kalender, werden die üblichen Abreißkalender, Tages-, Wochen- und Monatskalender angeboten, außerdem natürlich Lehrerkalender, Bauernkalender sowie unfassbar viele Katzenkalender und und und. Mich interessieren natürlich Literaturkalender. Im letzten Jahr habe ich den vorzüglichen Arche Kinder Kalender empfohlen. In diesem Jahr möchte ich den Arche Literatur Kalender 2018 vorstellen. Es ist ein vierfarbig  gedruckter Wandkalender, der jede Woche einen Autor, der in der jeweiligen Woche geboren oder gestorben ist, mit einem Textauszug und einem Foto vorstellt. Die Auswahl ist international und deckt in einer ansprechenden Mischung ein breites Literaturspektrum von der Frühromantik bis zur Postmoderne ab, wobei der Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert liegt. Einen besonderen Reiz macht die abwechslungsreiche Abfolge aus, die immer wieder überraschende Bezüge herstellt. So folgt auf Kurt Tucholsky Susan Sontag und auf diese wiederum Derek Walcott, Lars Gustafsson steht vor Simone de Beauvoir und so geht es weiter. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn auch einige noch lebende Schriftsteller in die Auswahl mit einbezogen worden wären und nicht nur tote.

Sehr überzeugend wirkt die Bildzusammenstellung, bei der darauf geachtet wurde, nicht die gängigen Autorenfotos zu verwenden. Sie stehen zudem alle in einem thematischen Zusammenhang, denn die Arche Literatur Kalender stehen in jedem Jahr unter einem speziellen Motto. Darin unterscheidet sich der vorliegende Kalender auch vom ähnlich gestalteten Literaturkalender des Aufbau Verlages. 2018 heißt das Themenmotto „Ruhe & Bewegung“. Es ist erstaunlich, wie gut es dem Arche Kalender Verlag gelingt, die 53 Autorinnen und Autoren unter diesem thematischen Bogen zu vereinen. In fast allen Fällen sind passendes Bildmaterial und korrespondierende Textauszüge gefunden worden, die teilweise sogar einen neuen Blick auf die Verfasser werfen lassen. Das Titelblatt beispielsweise zeigt Vladimir Nabokov mit Tennisschlägern und seiner Braut Anfang 1920 in Berlin. Im Juni äußert und zeigt sich Henry Miller zum Radfahren, während es Kurt Tucholsky lieber gemütlich angeht und seine Liebe zur Entspannung an der Côte d`Azur in der zweiten Januarwoche formuliert.

Ausführliche biographische Angaben sowie sorgfältige Quellenangaben zum Text- und Bildmaterial ergänzen diesen inspirierenden Kalender. Für mich ist er ein Grund, sich auf das Jahr 2018 zu freuen.

Arche Literatur Kalender 2018. Arche Kalender Verlag, Zürich-Hamburg 2017. 60 Blätter, 54 Fotos, farbig. 22,- €

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