„Königsallee“ – Hans Pleschinski erhält den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld

9783406653872_coverDer Schriftsteller Hans Pleschinski erhält den mit 10 000 Euro dotierten Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld 2014 für seinen Roman »Königsallee« , der 2013 im C.H. Beck Verlag erschienen ist.

Der Roman spielt im Sommer 1954: Thomas Mann kommt zusammen mit seiner Frau Katia nach Düsseldorf, um aus seinem Buch »Felix Krull« zu lesen. Im Breidenbacher Hof wohnt gleichzeitig Klaus Heuser. Er gehört zu Thomas Manns großen Lieben. Dieser hat ihm in der Figur des Joseph in den Josephromanen, vermutlich auch in der des Felix Krull ein Denkmal gesetzt. Nun sorgt die mögliche Begegnung der beiden für größte Unruhe. »Der Roman hat hinsichtlich des Themas, der Konstruktion und Figurensprache überzeugt«, so lautet das einstimmige Juryurteil.

Der Niederrheinische Literaturpreis der Stadt Krefeld wurde 1992 vom Stadtrat ins Leben gerufen, um das literarische Schaffen am Niederrhein zu fördern. Zwischen dem Auszuzeichnenden und der Stadt Krefeld oder dem Niederrhein muss laut Statuten eine Beziehung bestehen, die aus der Tätigkeit, dem Wohnsitz oder der thematischen Bindung resultiert. Ursprünglich diente der Preis gerade dazu, ein Gegengewicht zu den Metropolen Köln und Düsseldorf mit ihrer Vielzahl an Preisen, Stipendien und Literaturveranstaltungen aufzubauen. Dies ist im Laufe der Jahre hervorragend gelungen. Mit der diesjährigen Entscheidung der Jury, einen Düsseldorf-Roman auszuzeichnen, verliert die Stadt dieses Ziel aus den Augen. Es ist sehr zu wünschen, dass sie in den kommenden Jahren die Förderung der spezifisch niederrheinischen Literatur wieder schärfer in den Fokus nehmen wird. An preiswürdigen Schriftstellern aus der Region mangelt es jedenfalls nicht: der erfolgreiche Romanautor und Dramatiker Eugen Ruge lebte viele Jahre in Krefeld, der international bekannte Krimiautor Thomas Hoeps tut das immer noch, der in Krefeld geborene Autor Frank Schmitter hat vor nicht langer Zeit einen bemerkenswerten Lyrikband vorgelegt und der hervorragende Literaturkritiker und Buchautor Richard Kämmerlings wurde ebenfalls in Krefeld geboren.

Es macht sich nachteilig bemerkbar, dass die Stadt Krefeld so klamm ist, dass sie den Preis nicht mehr finanzieren will. Er wird seit 2012 nur noch alle zwei Jahre vergeben, sofern sich ein Sponsor findet. Das Preisgeld 2014 stiftet die Sparkassen-Kulturstiftung. Dafür gebührt ihr ein großer Dank. Aber Sponsoren schmücken sich nun mal lieber mit großen Namen als mit weniger bekannten, wenngleich förderungswürdigen Schriftstellern.

Advertisements

3 Gedanken zu “„Königsallee“ – Hans Pleschinski erhält den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld

  1. Pingback: “Angefangen wird mittendrin” – Was macht eigentlich Ulrich Peltzer? | Seitenaus linie

  2. Pingback: “Der Holzvulkan” – Hans Pleschinski erzählt erneut die Geschichte des größenwahnsinnigen Herzogs | Seitenaus linie

  3. Pingback: “Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln” – Was macht eigentlich Christoph Peters? | Seitenaus linie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s