Stefanie Taschinski „Die kleine Dame“ – mit einem Chamäleon auf Salafari

Die kleine DamenIn ihrem ersten Kinderbuch lässt die Drehbuchautorin Stefanie Taschinski eine kleine Dame chamäleonisieren und Expeditionen in einen geheimnisvollen Hinterhof führen.

Vermutlich träumt jedes Kind zwischen 6 und 12 Jahren einmal davon, einen ganz besonderen Freund oder eine ganz spezielle Freundin zu haben, mit der man Abenteuer erlebt und Geheimnisse teilt. Zumindest in Büchern werden diese Träume wahr: ob Pippi Langstrumpf, der kleine Vampir, Karlsson vom Dach oder das Sams, die Liste der fantastischen Freunde ist lang. Dieser Liste eine weitere originelle Figur hinzuzufügen, ist für eine Kinderbuchautorin ein gewagtes und durchaus anspruchsvolles Unterfangen. Skepsis ist jedenfalls angebracht. Doch Stefanie Taschinski erschafft mit der kleinen Dame, die auf wunderbare Weise chamäleonisieren kann, eine sehr gelungene und zeitgemäße Variante dieser Grundkonstellation.

Die achtjährige Lilly lebt in Hamburg mit ihren Eltern und ihrer kleinen, fünfjährigen Schwester Karlchen im so genannten Brezelhaus. Im Hinterhof dieses Mietshauses lebt hinter einer großen, dichten Hecken verborgen noch jemand: die kleine Dame mit ihrem Schirm, in dem ein tausendjähriges Chamäleon haust, wundersame Dinge bewirken kann. Sie kann jederzeit chamäleonisieren, das heißt die kleine Dame passt sich samt Kleidung der Umgebung an und wird dadurch so gut wie unsichtbar.  Als niemand Zeit für Lilly hat, entdeckt sie die kleine Dame, die stets eine Safariausstattung trägt, in einem Zelt wohnt und Lilly etwa bis zur Hüfte reicht. Die kleine Dame spricht manchmal Rückwärtzisch und ist auch sonst eine witzige Person. Natürlich glauben Lillys Eltern, dass die kleine Dame nur ein Hirngespinst ihrer Tochter ist. Lilly und die kleine Damen wollen sich am nächsten Tag wiedertreffen. Doch beinahe hätte Hausmeister Leberwurst, der Kinder überhaupt nicht mag und über den  zum Hinterhof wacht, dies verhindert. Aber die kleine Dame lässt den Besen des Hausmeisters kräftig tanzen, sodass dieser außer Gefecht gesetzt wird. Dann gehen die beiden im Hinterhof auf „Salafari“ wie die kleine Dame es ausdrückt. Dort stoßen sie auf einen Steinmarder und entdecken ein altes Backhaus. Später hat der Hausmeister dann ihren Rückweg ins Haus versperrt. Aber Lilly und die kleine Dame wissen sich mit reichlich Fantasie stets zu helfen.

Das Buch ist mit vielen farbigen, teilweise sogar ganzseitigen Bildern von Nina Dullek, die auch den Umschlag gestaltet hat, sehr ansprechend illustriert. Die 1969 geborene Autorin Stefanie Taschinski erzählt die Geschichte flott, man merkt, dass sie selbst zwei Töchter hat.  

Stefanie Taschinski: Die kleine Dame. Mit Bildern von Nina Dullek. Arena Verlag, Würzburg 2010. 155 Seiten, gebunden. 12,95 €. ISBN 978-3-401-06481-9

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